agah trauert mit der queeren Community
Mit großer Bestürzung hat die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen auf den tödlichen Anschlag im Umfeld des Christopher Street Day in Berlin reagiert. Die agah spricht den Angehörigen der getöteten Frau ihr tief empfundenes Mitgefühl aus. Ihre Gedanken gelten ebenso den Verletzten, ihren Familien und der gesamten queeren Community.
Der Christopher Street Day steht für das Recht jedes Menschen, frei, selbstbestimmt und ohne Angst leben und lieben zu können. Ein Angriff auf Menschen, die für diese Freiheit und für ihre Sichtbarkeit auf die Straße gehen, ist zugleich ein Angriff auf die Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft.
„Wir trauern gemeinsam mit der queeren Community um das Opfer dieser furchtbaren Tat. Den Verletzten wünschen wir eine schnelle und vollständige Genesung. Wir verurteilen religiösen Extremismus ebenso entschieden wie jede andere Form von Fanatismus und Menschenfeindlichkeit. Niemand darf Religion dazu missbrauchen, Hass gegen queere Menschen zu rechtfertigen oder Gewalt auszuüben“, erklärt Enis Gülegen, Vorsitzender der agah.
Aus Sicht der agah muss der Staat konsequent gegen extremistische und gewaltbereite Strukturen vorgehen. Zugleich darf die politische Antwort nicht ausschließlich aus Forderungen nach mehr Härte und Sicherheitsmaßnahmen bestehen. Radikalisierung muss bekämpft werden, bevor sie in Gewalt umschlägt.
Dafür braucht es eine langfristig abgesicherte Präventionsarbeit, starke Schulen, Schulsozialarbeit, offene Jugendarbeit und Beratungsangebote, die junge Menschen erreichen. Demokratische Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und das Gefühl, als gleichwertiger Teil dieser Gesellschaft anerkannt zu werden, sind zentrale Voraussetzungen, um extremistischen Ideologien den Nährboden zu entziehen.
Gülegen weiter: „Präventionsangebote dürfen gerade jetzt nicht geschwächt werden. Wer Menschen vor Extremismus schützen will, muss diejenigen stärken, die Radikalisierung früh erkennen, Jugendliche ansprechen und demokratische Werte vermitteln. Sicherheit und Prävention dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir brauchen beides. Deshalb darf die Sparpolitik auf Bundesebene diese wichtige Arbeit nicht gefährden.“
Gleichzeitig warnt die agah davor, die Tat für pauschale Verurteilungen von Menschen muslimischen Glaubens oder von Menschen mit Einwanderungsgeschichte zu instrumentalisieren. Eine solche Instrumentalisierung würde neue Ausgrenzung schaffen und damit genau jene gesellschaftlichen Spaltungen vertiefen, von denen extremistische Kräfte profitieren. Rassismus ist niemals die Antwort auf Extremismus. Entscheidend ist jetzt, dass die freiheitlich-demokratischen Kräfte geschlossen zusammenstehen und sich nicht gegeneinander ausspielen lassen.
Die agah steht solidarisch an der Seite queerer Menschen. Das Recht auf ein Leben ohne Angst, Diskriminierung und Gewalt ist unteilbar und muss gegen jeden Angriff verteidigt werden.
Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen -
Landesausländerbeirat