Purple Ride - Fahrraddemo am 06.03.2026

Pressemitteilung

 

2. Purple Ride Fahrraddemo in Gießen

 

Für mehr Sicherheit und Sichtbarkeit im öffentlichen Raum!

 

Am Freitag den 6. März, zwei Tage vor dem Internationalen feministischen Kampftag 2026, laden das ALLrad, Adinet Mittelhessen, das Frauenhaus und die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SkF e.V. Gießen sowie das Büro für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen zum zweiten „Purple Ride“ Gießens ein. Start ist um 16:00 Uhr am Kirchenplatz.

Die Veranstalterinnen wollen auf die anhaltende Ungleichbehandlung der Geschlechter im öffentlichen Raum aufmerksam machen und dass die Verkehrsplanung und weite Teile des öffentlichen Lebens von Männern für Männer gemacht sind.

Lange galt die männliche Perspektive als Norm in der Verkehrs- und Stadtplanung – bis heute sind Mobilitätskonzepte überwiegend an männlichen Lebensrealitäten ausgerichtet. Dabei unterscheiden sich Mobilitätsbedürfnisse grundlegend entlang von Geschlecht, Alter, Behinderung oder sozialer Rolle.

Noch immer wird der Großteil der unbezahlten Care-Arbeit – Kinderbetreuung, Pflege und Haushalt – von Frauen* geleistet. Diese ungleiche Rollenverteilung prägt das Mobilitätsverhalten maßgeblich: Care-Arbeitende sind häufiger mit Kindern oder pflegebedürftigen Menschen unterwegs, legen kürzere, dafür aber mehrere und komplexere Wege zurück. Studien zu folge nutzen Frauen* dafür deutlich öfter das Zufußgehen, den öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad. Männer hingegen fahren überwiegend mit dem eigenen Auto oder Firmenwagen längere, lineare Strecken zur Arbeit – meist ohne Zwischenstopps.

Dazu kommt, dass Sicherheit im öffentlichen Raum eine zentrale Voraussetzung für gleichberechtigte Mobilität ist. Frauen, queere Personen sowie BiPoCs (von Rassismus betroffene Personen) sind weitaus häufiger von Belästigung, Übergriffen und Gewalt im Straßenraum sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln betroffen. Diese Erfahrungen beeinflussen das Mobilitätsverhalten massiv: Wege werden gemieden, Umwege in Kauf genommen oder Mobilität ganz eingeschränkt. Unsichere Verkehrs- und Stadträume bedeuten damit weniger Freiheit, weniger Teilhabe und weniger Selbstbestimmung.

Eine geschlechtergerechte Verkehrs- und Raumplanung muss Sicherheit konsequent mitdenken. Dazu gehören gut beleuchtete Wege, übersichtliche und belebte öffentliche Räume, barrierefreie Infrastruktur sowie sichere Haltestellen und Radwege. Sicherheit ist keine individuelle Aufgabe, sondern eine gesellschaftliche und planerische Verantwortung.

Die lila Fahrraddemo setzt dem ein sichtbares Zeichen entgegen. Sie fordert eine geschlechtergerechte Verkehrsplanung, die die Vielfalt der Mobilitätsbedürfnisse und Lebensrealitäten anerkennt und berücksichtigt. Gleichzeitig wirbt sie für eine sozial-ökologische Verkehrswende und eine gerechte Gestaltung des öffentlichen Raums.

Das Fahrrad steht dabei auch symbolisch für Emanzipation und Selbstbestimmung. Frauen mussten sich das Recht auf Fahrradfahren in Europa hart erkämpfen – und noch immer ist es in manchen Ländern verboten oder gesellschaftlich sanktioniert. Denn wer Fahrrad fährt, ist unabhängig und mobil.

Weitere Veranstaltungen rund um den Internationalen feministischen Kampftag gibt es im Frauentagsprogramm, zum Download auf der Seite der Stadt Gießen unter Internationaler Frauentag 2026 / Stadt Gießen und im Büro für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen. 

Wann
Wo

Kirchenplatz Gießen